Wie teuer ist ein Elektroauto im Alltag wirklich – im Vergleich zu Benzin und Diesel?
Ich habe meinen Energieverbrauch, Kosten und CO₂-Emissionen auf Basis realer Fahrten und Ladevorgänge ausgewertet – ohne Modellannahmen, ohne Schönrechnung. Die Daten stammen direkt aus meinem eigenen System mit Photovoltaik, Batteriespeicher und Wärmepumpe.
Zeigt geladene Energie, PV-Anteil sowie daraus abgeleitete Reichweite, Kosten und CO₂-Emissionen. PV und Batteriespeicher werden gemeinsam betrachtet.
| Zeitraum | Heimnetz (kWh) |
PV/Batterie (kWh) |
Extern (kWh) |
Gesamt (kWh) |
PV/Batterie | Geladene Reichweite (km) | Kosten / 100 km | CO₂ / 100 km | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| PV/Batterie | Heimnetz | Extern | ||||||||
| Letzte 30 Tage | 121.4 | 242.5 | 219.4 | 583.4 | 41.6 % | 1051 | 526 | 951 | 5.29 € | 4.9 kg |
| Monat (MTD) | 54.9 | 96.9 | 219.4 | 371.2 | 26.1 % | 420 | 238 | 951 | 7.21 € | 6.2 kg |
| Jahr 2026 (YTD) | 837.3 | 428.0 | 219.4 | 1484.7 | 28.8 % | 1855 | 3629 | 951 | 5.06 € | 6.0 kg |
Ein einzelner Wert pro 100 km ist nur eine Momentaufnahme. Entscheidend ist, wie sich die Kosten über die Zeit entwickeln.
Ich habe dafür einen zeitlichen Verlauf der Kosten auf Basis meiner realen Fahrdaten erstellt, welche zeigt, wie sich die Gesamtkosten meines Elektroautos im Vergleich zu Benzin und Diesel mit jedem gefahrenen Kilometer entwickeln.
Mit jedem gefahrenen Kilometer wächst der Kostenvorteil des Elektroautos weiter an.
Die folgende Tabelle stellt das Elektroauto im direkten Vergleich zu typischen Benzin- und Dieselfahrzeugen dar. Grundlage ist der reale Stromverbrauch meines Fahrzeugs sowie mein aktueller Lademix aus Heimnetz, PV/Batterie und externer Ladung. Für Benzin und Diesel werden die aktuellen Preise angesetzt.
| Antrieb | Verbrauch (l / 100 km) | Energieverbrauch / 100 km | Energie aus eigener Erzeugung |
Kosten / 100 km | CO₂ / 100 km |
|---|---|---|---|---|---|
| E-Auto (nur Netzstrom) | – | 23.1 kWh | 0.0 % | 6.18 € | 8.4 kg |
| E-Auto (reales System, YTD) | – | 23.1 kWh | 28.8 % | 5.06 € | 6.0 kg |
| Benzin | 7.0 l | 62.3 kWh | 0.0 % | 14.77 € | 16.2 kg |
| Diesel | 5.5 l | 53.9 kWh | 0.0 % | 12.60 € | 14.6 kg |
| Tiguan 2.0TDI (mein altes Auto) | 6.8 l | 66.7 kWh | 0.0 % | 15.60 € | 18.0 kg |
Die Balken zeigen den monatlichen realen Stromverbrauch des Elektroautos in kWh pro 100 km. Die gestrichelte Linie zeigt den Durchschnitt des laufenden Jahres. Sichtbar wird dabei der saisonale Einfluss, etwa durch Winterbetrieb, Kurzstrecken und Temperatur.
In diesem Diagramm werden nur vollständige Monate angezeigt.
Der höhere Verbrauch im Winter hat mehrere Ursachen: Neben der Fahrzeugheizung spielt vor allem die niedrigere Effizienz der Batterie bei Kälte eine Rolle. Auch der Innenwiderstand steigt, Rekuperation ist eingeschränkt und der Energiebedarf für das Aufwärmen von Batterie und Innenraum kommt zusätzlich hinzu.
Klassische Faktoren wie Beleuchtung oder Nebenverbraucher sind dagegen im Vergleich nur von untergeordneter Bedeutung.
Die Grafik zeigt, wie hoch der Stromverbrauch eines Elektroautos sein müsste, damit die Energiekosten pro 100 km denen von Benzin- oder Dieselfahrzeugen entsprechen. Grundlage sind aktuelle Energiepreise sowie mein realer Kostensatz pro 100 km auf Basis des bisherigen Lademix aus Heimnetz, PV/Batterie und externer Ladung.
Selbst bei reinem Netzstrom müsste ein Elektroauto deutlich über 47 kWh/100 km verbrauchen, um kostenseitig auf Diesel-Niveau zu kommen. Bei meinem realen Lademix liegt diese Schwelle sogar bei über 57 kWh/100 km.
Der tatsächliche Verbrauch liegt mit 23.1 kWh/100 km weit darunter. Der Kostenvorteil ist damit kein Grenzfall, sondern ein stabiler Abstand.
Ein direkter Vergleich ist dabei nur eingeschränkt möglich: Fahrzeuge mit vergleichbarer Leistung würden bei Benzin- oder Dieselmotoren deutlich höhere Verbräuche und damit auch deutlich höhere Kosten aufweisen. Die gewählten Vergleichswerte sind daher bewusst konservativ und fallen tendenziell zugunsten der Verbrenner aus.
Die folgende Tabelle skaliert die berechneten Energiekosten aus aktuellen Marktpreisen auf typische Fahrleistungen. Sie zeigt, wie sich Unterschiede bei den Kosten pro 100 km im Alltag über das Jahr hinweg auswirken.
| Fahrleistung / Jahr | E-Auto (reales System, YTD) | E-Auto (nur Netzstrom) | Diesel | Benzin | Tiguan |
|---|---|---|---|---|---|
| 10.000 km | 506 € | 618 € | 1260 € | 1477 € | 1560 € |
| 15.000 km | 759 € | 927 € | 1889 € | 2216 € | 2339 € |
| 25.000 km | 1265 € | 1545 € | 3149 € | 3694 € | 3899 € |
| 35.000 km | 1771 € | 2163 € | 4409 € | 5171 € | 5459 € |
Auch auf Basis des realen Durchschnittsverbrauchs seit Jahresbeginn zeigt sich der deutliche Kostenvorteil des Elektroautos, insbesondere bei hohem Anteil lokal erzeugten Stroms.
Der CO₂-Ausstoß des Elektroautos hängt wesentlich vom Netzanteil ab. Mit lokal erzeugtem Strom aus Photovoltaik und Batteriespeicher sinken die Emissionen deutlich gegenüber Benzin und Diesel.
Die Entscheidung für ein Elektroauto war für mich zunächst eine sehr pragmatische. Im Vordergrund standen vor allem die laufenden Kosten und der praktische Nutzen im Alltag.
Der wichtigste Punkt sind für mich die Betriebskosten. Elektromotoren arbeiten deutlich effizienter als Verbrennungsmotoren. Dadurch benötigt ein Elektroauto pro Kilometer wesentlich weniger Energie. Wenn ein Teil dieser Energie zusätzlich aus der eigenen Photovoltaikanlage kommt, sinken die tatsächlichen Energiekosten noch weiter.
Hinzu kommen die Wartungskosten. Ein Elektroantrieb ist konstruktiv deutlich einfacher aufgebaut als ein Verbrennungsmotor. Es gibt kein Motoröl, keine Zündkerzen, keine Abgasnachbehandlung und viele klassische Verschleißteile entfallen. In der Praxis bedeutet das: weniger Wartungsaufwand und weniger potenzielle Reparaturen.
Ein weiterer Punkt, der im Alltag schnell spürbar wird, ist der Komfort. Ein Elektroauto fährt sehr ruhig. Gerade auf längeren Strecken oder im täglichen Pendelverkehr ist diese Ruhe angenehm. Der Wegfall von Motorgeräuschen und Vibrationen verändert das Fahrerlebnis stärker, als man es vorher erwartet.
Auf längeren Strecken zeigt sich dieser Unterschied besonders deutlich.
Während ich früher nach längeren Fahrten im Verbrenner oft müde und körperlich erschöpft war, komme ich mit dem Elektroauto deutlich entspannter an. Selbst nach Strecken von über 1000 km fühle ich mich weniger belastet.
Das liegt nicht an einem einzelnen Faktor, sondern am Zusammenspiel vieler kleiner Dinge: weniger Geräusche, kaum Vibrationen, ein gleichmäßiger Vortrieb und Pausen, die ohne Umwege direkt beginnen.
Im Ergebnis wird aus einer langen Fahrt keine Belastung mehr, sondern einfach nur Strecke.
Dazu kommt eine kleine, aber überraschend relevante Veränderung im Alltag: der Umgang mit Energie. Ein Verbrenner muss regelmäßig zur Tankstelle. Dort wartet man an der Zapfsäule, später oft noch einmal an der Kasse. Beim Elektroauto mit Heimladen funktioniert das anders. Das Fahrzeug wird abends in der Garage angeschlossen – und lädt automatisch. Man muss keinen Schlauch halten, nicht daneben stehen und nicht an die Kasse.
Mit der Zeit wird daraus eine einfache Routine: ankommen, einstecken, fertig.
Bei Kraftstoffen kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. Die Preise an Tankstellen sind oft stark schwankend und ändern sich mehrfach am Tag oder sie reagieren sensibel auf weltpolitische Ereignisse. Viele Fahrer reagieren darauf mit einer impliziten Strategie: morgens oder abends tanken, auf günstigere Zeitfenster warten oder versuchen, den „richtigen Moment“ abzupassen. Manchmal funktioniert das, manchmal nicht.
Elektromobilität mit Heimladen entkoppelt sich weitgehend von diesem täglichen Preistheater. Der Ladevorgang wird zu einem automatischen Teil des Tages – ähnlich wie das Aufladen eines Smartphones.
Ein oft unterschätzter Vorteil liegt in der Einfachheit des Systems:
Der Verbrenner verlangt nicht nur Geld, sondern auch Aufmerksamkeit.
Das Elektroauto verlangt im Alltag oft nur ein Kabel.
Die ausführlichen Überlegungen zu meiner Entscheidung habe ich hier beschrieben: Warum ich mich für Wärmepumpe, Photovoltaik und Elektroauto entschieden habe
Die gezeigten Auswertungen basieren auf realen Daten aus dem laufenden Betrieb. Wenn dir etwas unklar ist oder du eine Auswertung vermisst, schreib mir.