E-Auto vs. Benzin & Diesel: Energie, Kosten und CO₂ im realen Alltag

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Wie teuer ist ein Elektroauto im Alltag wirklich – im Vergleich zu Benzin und Diesel?
Ich habe meinen Energieverbrauch, Kosten und CO₂-Emissionen auf Basis realer Fahrten und Ladevorgänge ausgewertet – ohne Modellannahmen, ohne Schönrechnung. Die Daten stammen direkt aus meinem eigenen System mit Photovoltaik, Batteriespeicher und Wärmepumpe.

Elektroauto, Benzin und Diesel – Energie, Kosten und CO₂

Nach über 38 Jahren mit Verbrennungsmotoren basiert diese Einordnung auf direkter Erfahrung – nicht auf Annahmen. Das vorherige Fahrzeug wurde bis über 416.000 km genutzt und erst ersetzt, als weitere Reparaturen nicht mehr sinnvoll waren.

Seit 2026 werte ich meinen realen Energieverbrauch systematisch aus. Die hier gezeigten Daten basieren auf allen tatsächlich gefahrenen Kilometern seit dem 01.01.2026 – ohne Auswahl, ohne Filter, ohne Schönrechnung. Im Fokus stehen Verbrauch, Kosten und CO₂-Emissionen. Die Ergebnisse zeigen, wie sich ein Elektroauto im Alltag im Vergleich zu Benzin- und Dieselfahrzeugen verhält.

Die folgenden Kennzahlen basieren auf realen Ladedaten meines Elektroautos sowie typischen Verbrauchswerten für Benzin- und Dieselfahrzeuge. Für das Elektroauto wird dabei mit dem aktuellen Verbrauch (ab 01.01.2026) von 23.1 kWh/100 km gerechnet und der reale Lademix aus Heimnetz, PV/Batterie und externer Ladung berücksichtigt.
Stromfaktor Netz: 0.363 kg CO₂/kWh (Bundesdurchschnitt Deutschland 2024).
Lokal ist ein E-Auto emissionsfrei, die dargestellten Emissionen entstehen durch den jeweils genutzten Strommix. Diese werden durch den weiteren Ausbau der regenerativen Energien weiter sinken.

PV/Batterie-Anteil 30 Tage
41.6 %
Heimnetz 20.8 % · extern 37.6 %
PV/Batterie-Anteil Jahr 2026
28.8 %
Heimnetz 56.4 % · extern 14.8 %
Kosten / 100 km (YTD, realer Mix)
5.06
bei 23.1 kWh/100 km
CO₂ / 100 km (MTD, realer Mix)
6.2 kg
abhängig von Heimnetz + externer Ladung

MTD: Month-to-date (aktueller Monat seit dem ersten des Monats.)
YTD: Year-to-date (aktuelles Jahr seit 01.01.)

E-Auto Laden: Stromquellen, Reichweite, Kosten und CO₂

Zeigt geladene Energie, PV-Anteil sowie daraus abgeleitete Reichweite, Kosten und CO₂-Emissionen. PV und Batteriespeicher werden gemeinsam betrachtet.

Zeitraum Heimnetz
(kWh)
PV/Batterie
(kWh)
Extern
(kWh)
Gesamt
(kWh)
PV/Batterie Geladene Reichweite (km) Kosten / 100 km CO₂ / 100 km
PV/Batterie Heimnetz Extern
Letzte 30 Tage 121.4 242.5 219.4 583.4 41.6 % 1051 526 951 5.29 € 4.9 kg
Monat (MTD) 54.9 96.9 219.4 371.2 26.1 % 420 238 951 7.21 € 6.2 kg
Jahr 2026 (YTD) 837.3 428.0 219.4 1484.7 28.8 % 1855 3629 951 5.06 € 6.0 kg

Die Reichweitenangaben entsprechen der geladenen Energiemenge, umgerechnet mit 23.1 kWh/100 km. Strompreis: 0.2678 €/kWh. Es handelt sich um geladene, theoretische Reichweite – nicht um tatsächlich gefahrene Kilometer. Kosten basieren auf den real erfassten Ausgaben für Heimnetz und externe Ladung. CO₂ wird für bezahlten Strom vereinfachend mit dem Netzstromfaktor berechnet.

Kostenentwicklung im Zeitverlauf

Ein einzelner Wert pro 100 km ist nur eine Momentaufnahme. Entscheidend ist, wie sich die Kosten über die Zeit entwickeln.

Ich habe dafür einen zeitlichen Verlauf der Kosten auf Basis meiner realen Fahrdaten erstellt, welche zeigt, wie sich die Gesamtkosten meines Elektroautos im Vergleich zu Benzin und Diesel mit jedem gefahrenen Kilometer entwickeln.

Mit jedem gefahrenen Kilometer wächst der Kostenvorteil des Elektroautos weiter an.

→ Kostenentwicklung im Detail ansehen

Vergleich pro 100 km: Elektroauto vs. Benzin / Diesel

Die folgende Tabelle stellt das Elektroauto im direkten Vergleich zu typischen Benzin- und Dieselfahrzeugen dar. Grundlage ist der reale Stromverbrauch meines Fahrzeugs sowie mein aktueller Lademix aus Heimnetz, PV/Batterie und externer Ladung. Für Benzin und Diesel werden die aktuellen Preise angesetzt.

Antrieb Verbrauch (l / 100 km) Energieverbrauch / 100 km Energie aus
eigener Erzeugung
Kosten / 100 km CO₂ / 100 km
E-Auto (nur Netzstrom) 23.1 kWh 0.0 % 6.18 € 8.4 kg
E-Auto (reales System, YTD) 23.1 kWh 28.8 % 5.06 € 6.0 kg
Benzin 7.0 l 62.3 kWh 0.0 % 14.77 € 16.2 kg
Diesel 5.5 l 53.9 kWh 0.0 % 12.60 € 14.6 kg
Tiguan 2.0TDI (mein altes Auto) 6.8 l 66.7 kWh 0.0 % 15.60 € 18.0 kg

„Energie aus eigener Erzeugung“ beschreibt den Anteil der geladenen Energie, der direkt aus der eigenen Photovoltaikanlage bzw. dem Batteriespeicher stammt. Die 28.8 % entsprechen meinem aktuellen Jahreswert. Bei Benzin- und Dieselfahrzeugen liegt dieser Anteil naturgemäß bei 0 %.
Preise: Strom 0.2678 €/kWh, Benzin 2.11 €/l, Diesel 2.29 €/l. Strompreis entspricht meinem aktuellen Tarif, die Kraftstoffpreise sind aktuelle Tagesdurchschnitte von 17 Tankstellen im Umkreis von 20 km. Letzter Datenabruf der Kraftstoffpreise: 12.04.2026, 08:00 Uhr.
Die Energieangaben der Verbrenner wurden aus dem Kraftstoffverbrauch umgerechnet (Benzin ≈ 8.9 kWh/l, Diesel ≈ 9.8 kWh/l).

Stromverbrauch im Jahresverlauf

Die Balken zeigen den monatlichen realen Stromverbrauch des Elektroautos in kWh pro 100 km. Die gestrichelte Linie zeigt den Durchschnitt des laufenden Jahres. Sichtbar wird dabei der saisonale Einfluss, etwa durch Winterbetrieb, Kurzstrecken und Temperatur.

05101520253035Ø Jahr: 23.1 kWh/100 km26.8Jan1202 km23.5Feb2013 km21.5Mär1485 kmkWh / 100 km

In diesem Diagramm werden nur vollständige Monate angezeigt.

Der höhere Verbrauch im Winter hat mehrere Ursachen: Neben der Fahrzeugheizung spielt vor allem die niedrigere Effizienz der Batterie bei Kälte eine Rolle. Auch der Innenwiderstand steigt, Rekuperation ist eingeschränkt und der Energiebedarf für das Aufwärmen von Batterie und Innenraum kommt zusätzlich hinzu.

Klassische Faktoren wie Beleuchtung oder Nebenverbraucher sind dagegen im Vergleich nur von untergeordneter Bedeutung.

Ab welchem Verbrauch wäre ein E-Auto so teuer wie ein Verbrenner?

Die Grafik zeigt, wie hoch der Stromverbrauch eines Elektroautos sein müsste, damit die Energiekosten pro 100 km denen von Benzin- oder Dieselfahrzeugen entsprechen. Grundlage sind aktuelle Energiepreise sowie mein realer Kostensatz pro 100 km auf Basis des bisherigen Lademix aus Heimnetz, PV/Batterie und externer Ladung.

020406080E-Auto real23.1 kWh/100kmDiesel (Break-even, Netz)47.0 kWh/100kmBenzin (Break-even, Netz)55.2 kWh/100kmDiesel (Break-even, realer Mix)57.4 kWh/100kmBenzin (Break-even, realer Mix)67.4 kWh/100kmkWh / 100 km

Selbst bei reinem Netzstrom müsste ein Elektroauto deutlich über 47 kWh/100 km verbrauchen, um kostenseitig auf Diesel-Niveau zu kommen. Bei meinem realen Lademix liegt diese Schwelle sogar bei über 57 kWh/100 km.

Der tatsächliche Verbrauch liegt mit 23.1 kWh/100 km weit darunter. Der Kostenvorteil ist damit kein Grenzfall, sondern ein stabiler Abstand.

Ein direkter Vergleich ist dabei nur eingeschränkt möglich: Fahrzeuge mit vergleichbarer Leistung würden bei Benzin- oder Dieselmotoren deutlich höhere Verbräuche und damit auch deutlich höhere Kosten aufweisen. Die gewählten Vergleichswerte sind daher bewusst konservativ und fallen tendenziell zugunsten der Verbrenner aus.

Der Verbrauch ist dabei bewusst nicht optimiert: Neben Alltagsfahrten gehört auch das gelegentliche Ausnutzen der Leistung dazu. Bei rund 514 PS ist das Teil der normalen Nutzung. Der Wert entspricht damit keinem sparsamen Idealbetrieb, sondern realistischer Praxis. Dass das nicht immer auf uneingeschränkte Begeisterung auf dem Beifahrersitz stößt, gehört ebenfalls zur Realität.

Der dargestellte Kostenvorteil ergibt sich somit unter realen Bedingungen – nicht unter optimierten Annahmen, sondern im Alltag.
Selbst bei meinem sehr hohen Verbrauch bleibt das Elektroauto deutlich unter den Energiekosten eines Verbrenners – der Unterschied ist strukturell, nicht marginal.

Die Diskussion um Elektromobilität ist nicht nur technisch geprägt. Neben ökonomischen Interessen spielen auch Gewohnheiten, Unsicherheiten und Wahrnehmungen eine Rolle. Die hier gezeigten Daten sollen eine möglichst faktenbasierte Einordnung ermöglichen.

Die zugrunde liegenden Energiepreise sind dabei nicht neutral: Fossile Energieträger erscheinen oft günstiger, als sie tatsächlich sind, da ein Teil der entstehenden Kosten (z. B. durch CO₂-Emissionen) nicht direkt im Preis enthalten ist.

Jährliche Energiekosten nach Fahrleistung

Die folgende Tabelle skaliert die berechneten Energiekosten aus aktuellen Marktpreisen auf typische Fahrleistungen. Sie zeigt, wie sich Unterschiede bei den Kosten pro 100 km im Alltag über das Jahr hinweg auswirken.

Fahrleistung / Jahr E-Auto (reales System, YTD) E-Auto (nur Netzstrom) Diesel Benzin Tiguan
10.000 km 506 € 618 € 1260 € 1477 € 1560 €
15.000 km 759 € 927 € 1889 € 2216 € 2339 €
25.000 km 1265 € 1545 € 3149 € 3694 € 3899 €
35.000 km 1771 € 2163 € 4409 € 5171 € 5459 €

Grundlage sind die oben ausgewiesenen Kosten pro 100 km. Berücksichtigt werden nur Energiekosten, nicht jedoch Anschaffung, Wartung, Versicherung oder Steuern.
Verbrauchswerte: E-Auto realer Durchschnitt seit 2026-01-01: 23.1 kWh/100 km, Benziner: 7.0 l/100 km, Diesel: 5.5 l/100 km, Tiguan 6.8 l/100 km.

Kostenvergleich pro 100 km

Auch auf Basis des realen Durchschnittsverbrauchs seit Jahresbeginn zeigt sich der deutliche Kostenvorteil des Elektroautos, insbesondere bei hohem Anteil lokal erzeugten Stroms.

051015200.00E-Auto PV5.06E-Auto real6.18E-Auto Netz14.77Benzin12.60DieselKosten / 100 km (€)

CO₂-Vergleich pro 100 km

Der CO₂-Ausstoß des Elektroautos hängt wesentlich vom Netzanteil ab. Mit lokal erzeugtem Strom aus Photovoltaik und Batteriespeicher sinken die Emissionen deutlich gegenüber Benzin und Diesel.

051015200.00E-Auto PV5.96E-Auto real8.38E-Auto Netz16.17Benzin14.57DieselCO₂ / 100 km (kg)
Warum ich mich für das E-Auto entschieden habe

Die Entscheidung für ein Elektroauto war für mich zunächst eine sehr pragmatische. Im Vordergrund standen vor allem die laufenden Kosten und der praktische Nutzen im Alltag.

Der wichtigste Punkt sind für mich die Betriebskosten. Elektromotoren arbeiten deutlich effizienter als Verbrennungsmotoren. Dadurch benötigt ein Elektroauto pro Kilometer wesentlich weniger Energie. Wenn ein Teil dieser Energie zusätzlich aus der eigenen Photovoltaikanlage kommt, sinken die tatsächlichen Energiekosten noch weiter.

Hinzu kommen die Wartungskosten. Ein Elektroantrieb ist konstruktiv deutlich einfacher aufgebaut als ein Verbrennungsmotor. Es gibt kein Motoröl, keine Zündkerzen, keine Abgasnachbehandlung und viele klassische Verschleißteile entfallen. In der Praxis bedeutet das: weniger Wartungsaufwand und weniger potenzielle Reparaturen.

Ein weiterer Punkt, der im Alltag schnell spürbar wird, ist der Komfort. Ein Elektroauto fährt sehr ruhig. Gerade auf längeren Strecken oder im täglichen Pendelverkehr ist diese Ruhe angenehm. Der Wegfall von Motorgeräuschen und Vibrationen verändert das Fahrerlebnis stärker, als man es vorher erwartet.
Auf längeren Strecken zeigt sich dieser Unterschied besonders deutlich. Während ich früher nach längeren Fahrten im Verbrenner oft müde und körperlich erschöpft war, komme ich mit dem Elektroauto deutlich entspannter an. Selbst nach Strecken von über 1000 km fühle ich mich weniger belastet. Das liegt nicht an einem einzelnen Faktor, sondern am Zusammenspiel vieler kleiner Dinge: weniger Geräusche, kaum Vibrationen, ein gleichmäßiger Vortrieb und Pausen, die ohne Umwege direkt beginnen.
Im Ergebnis wird aus einer langen Fahrt keine Belastung mehr, sondern einfach nur Strecke.

Dazu kommt eine kleine, aber überraschend relevante Veränderung im Alltag: der Umgang mit Energie. Ein Verbrenner muss regelmäßig zur Tankstelle. Dort wartet man an der Zapfsäule, später oft noch einmal an der Kasse. Beim Elektroauto mit Heimladen funktioniert das anders. Das Fahrzeug wird abends in der Garage angeschlossen – und lädt automatisch. Man muss keinen Schlauch halten, nicht daneben stehen und nicht an die Kasse.
Mit der Zeit wird daraus eine einfache Routine: ankommen, einstecken, fertig.

Bei Kraftstoffen kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. Die Preise an Tankstellen sind oft stark schwankend und ändern sich mehrfach am Tag oder sie reagieren sensibel auf weltpolitische Ereignisse. Viele Fahrer reagieren darauf mit einer impliziten Strategie: morgens oder abends tanken, auf günstigere Zeitfenster warten oder versuchen, den „richtigen Moment“ abzupassen. Manchmal funktioniert das, manchmal nicht.

Elektromobilität mit Heimladen entkoppelt sich weitgehend von diesem täglichen Preistheater. Der Ladevorgang wird zu einem automatischen Teil des Tages – ähnlich wie das Aufladen eines Smartphones.

Ein oft unterschätzter Vorteil liegt in der Einfachheit des Systems:

Der Verbrenner verlangt nicht nur Geld, sondern auch Aufmerksamkeit.
Das Elektroauto verlangt im Alltag oft nur ein Kabel.

Die ausführlichen Überlegungen zu meiner Entscheidung habe ich hier beschrieben: Warum ich mich für Wärmepumpe, Photovoltaik und Elektroauto entschieden habe

Verbrauch: Elektroauto 23.1 kWh/100 km, Benzin 7.0 l/100 km, Diesel 5.5 l/100 km.
Preise: Strom 0.2678 €/kWh, Benzin 2.11 €/l, Diesel 2.29 €/l. Strompreis entspricht meinem aktuellen Tarif, die Kraftstoffpreise sind aktuelle Tagesdurchschnitte von 17 Tankstellen im Umkreis von 20 km. Letzter Datenabruf der Kraftstoffpreise: 12.04.2026, 08:00 Uhr.
CO₂-Faktoren: Netzstrom 0.363 kg/kWh, PV/Batterie 0.00 kg/kWh, Benzin 2.31 kg/l, Diesel 2.65 kg/l.

Fragen oder Ergänzungen?

Die gezeigten Auswertungen basieren auf realen Daten aus dem laufenden Betrieb. Wenn dir etwas unklar ist oder du eine Auswertung vermisst, schreib mir.