Wärmepumpe – Kumulierte Kostenentwicklung

Stand:

← Energie-Übersicht

Wärmepumpe – Kumulierte Kostenentwicklung

Vergleich ab 01.01.2026 zwischen den kumulierten realen Netzkosten, den fiktiven Stromkosten ohne PV/Batterie und dem kumulierten Gegenwert der erzeugten thermischen Energie als Heizöläquivalent.

Einsparung gegenüber einer Heizölheizung
574,43 €
59,7 % günstiger als heizen mit Heizöl (seit 01.01.2026)
Ø Einsparung pro Tag
2,11 €
berechnet auf Basis des durchschnittlichen Heizölpreises im simulierten Tank, aktuell 1.16 €/l
akt. Netzkosten
387,68 €
fiktive Stromkosten ohne PV
745,80 €
PV-Ersparnis absolut
358,12 €
PV-Ersparnis in %
48,0 %
akt. Netz-kWh
1.326 kWh
akt. Gesamtstrom WP
2.588 kWh
akt. therm. Energie
8.755 kWh
COP (Realbetrieb)
3,38
simulierter Tankfüllstand
1.507 l
Tankfüllstand in %
50,2 %
gekauftes Heizöl kumuliert
2.500 l
gekauftes Heizöl in €
2.711 €

Simulierter Heizöltank aktuell: 1.507 l (50,2 % von 3.000 l).

Ausfall der Außeneinheit / Notbetrieb (23.09.2026 06:04 bis 30.09.2026 09:30 Uhr)

Die Außeneinheit war außer Betrieb. Die Wärmeversorgung erfolgte vorübergehend über den elektrischen Zusatzheizer; der elektrische Energieeinsatz wird dabei näherungsweise mit COP 1 angesetzt.

Referenz-JAZ (Viessmann-App)
4,20
Gemessener WP-Strom im Notbetrieb
128,9 kWh
Berechneter WP-Strom bei JAZ 4,20
30,7 kWh
Berechneter Mehrverbrauch
98,2 kWh
Stromkosten im Notbetrieb
37,43 €
Berechnete zusätzliche Stromkosten
28,52 €

Der Notbetrieb wird minutengenau ab 23.09.2026 06:04 Uhr bis zur letzten vollständig abgeschlossenen Minute ausgewertet. Der WP-Gesamtstrom stammt direkt aus den 10-Sekunden-Messwerten waermepumpe.total_act_power in InfluxDB. Als Referenz dient die JAZ 4,20 aus der Viessmann-App. Für den hypothetischen Normalbetrieb wird dasselbe zeitliche Lastprofil durch die JAZ geteilt.

Die Kosten werden zeitgenau mit 0,2678 €/kWh von 00:00–06:00 und 10:00–16:00 sowie mit 0,3146 €/kWh in den übrigen Zeiten berechnet. PV und Batteriespeicher werden bewusst nicht gegengerechnet, da die zusätzliche elektrische Energie sonst für Speicherladung oder andere Verbraucher wie das E-Auto zur Verfügung gestanden hätte. Die bestehenden Mess- und Kostendaten der Seite bleiben unverändert; diese Box ist eine zusätzliche Notbetriebs-Auswertung.

Mehr dazu: Was der Notbetrieb über die Effizienz der Wärmepumpe zeigt

Kumulierte Kostenentwicklung

Die blaue Linie zeigt die kumulierten Kosten des tatsächlichen Netzstrombezugs der Wärmepumpe. Die blau gestrichelte Linie zeigt, was derselbe Wärmepumpen-Stromverbrauch ohne PV/Batterie gekostet hätte. Die braune Linie zeigt den kumulierten Gegenwert der erzeugten thermischen Energie als Heizöläquivalent. Der orange hinterlegte Bereich markiert den dokumentierten Notbetrieb.

Ausfall der Außeneinheit / Notbetrieb0,00 €200,00 €400,00 €600,00 €800,00 €1.000,00 €→ 0,93 €/l→ 1,16 €/lJan 26Feb 26Mär 26Apr 26Mai 26Jun 26Jul 26Aug 26Sep 2630.09.Kumulierte Kosten (€) ■ Netzstrom kumuliert: 387,68 € ▭ Fiktive Stromkosten ohne PV: 745,80 € ■ Heizöläquivalent kumuliert: 962,11 €

Kumulierte Einsparung

Dieses Diagramm zeigt die Entwicklung der Einsparung im Vergleich mit Heizöl. Dargestellt wird jeweils Heizöl minus Wärmepumpe: einmal auf Basis der realen Netzkosten und einmal auf Basis der fiktiven Wärmepumpenkosten ohne PV/Batterie. Der orange hinterlegte Bereich markiert den dokumentierten Notbetrieb aufgrund eines Defekts.

Ausfall der Außeneinheit / Notbetrieb0,00 €200,00 €400,00 €600,00 €Jan 26Feb 26Mär 26Apr 26Mai 26Jun 26Jul 26Aug 26Sep 2630.09.Kostendifferenz (€) ■ Heizöl minus WP-Netzkosten: 574,43 € ▭ Heizöl minus WP ohne PV: 216,31 €

Wann fließt Geld?

Dieses Diagramm zeigt nicht die aufsummierten Kosten, sondern die tatsächlichen Geldflüsse je Monat. Beim Strom entstehen sie laufend. Beim Heizöl fallen sie gebündelt in dem Monat an, in dem es geliefert wird. Genau darin liegt ein wichtiger Unterschied: Die laufenden Wärmepumpenkosten verteilen sich über die Zeit, während Heizöl finanziell immer wieder als größerer Einzelbetrag spürbar wird.

0 €500 €1.000 €1.500 €Jan 2026: Strom 175,63 €Jan 2026: Heizöl 1.396,50 €Jan 26Feb 2026: Strom 121,70 €Feb 2026: Heizöl 0,00 €Feb 26Mär 2026: Strom 53,70 €Mär 2026: Heizöl 0,00 €Mär 26Apr 2026: Strom 12,98 €Apr 2026: Heizöl 0,00 €Apr 26Mai 2026: Strom 0,96 €Mai 2026: Heizöl 1.314,40 €Mai 26Jun 2026: Strom 0,11 €Jun 2026: Heizöl 0,00 €Jun 26Jul 2026: Strom 0,01 €Jul 2026: Heizöl 0,00 €Jul 26Aug 2026: Strom 0,20 €Aug 2026: Heizöl 0,00 €Aug 26Sep 2026: Strom 22,40 €Sep 2026: Heizöl 0,00 €Sep 26Geldfluss pro Monat (€) ■ Strom: real gezahlte Monatskosten ■ Heizöl: Ausgaben nur im Liefermonat

Strom ist hier ein realer Geldfluss. Heizöl erscheint nur dann, wenn ich eine Lieferung manuell eintrage und damit das übliche Kaufverhalten nachbilde.

Datum Liter Füllstand davor Füllstand danach Preis pro Liter Gesamtpreis Bemerkung
01.01.2026 1.500 l 0 l 1.500 l 0,93 €/l 1.396,50 € Startbestand (Bestand zum 01.01.2026)
04.05.2026 1.000 l 673 l 1.673 l 1,31 €/l 1.314,40 € Opportunistischer Kauf zur Winterabsicherung: temporär günstiger Preis bei gleichzeitig erhöhtem Risiko für steigende Energiepreise (Iran-Konflikt, April 2026). Preis am 20.04.2026 = 131,44 €/100 l (BayWa)

Nach der letzten Lieferung liegt der durchschnittliche Preis des Tankinhalts bei 1,16 €/l.

Was der Notbetrieb über die Effizienz der Wärmepumpe zeigt

Der Ausfall der Außeneinheit macht einen Zusammenhang sichtbar, der im normalen Betrieb leicht abstrakt bleibt: Die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe beruht nicht darauf, dass Strom ein besonders günstiger Energieträger wäre. Im Gegenteil – eine Kilowattstunde Strom ist deutlich teurer als eine Kilowattstunde nutzbarer Wärme aus Heizöl.
Entscheidend ist deshalb die Effizienz der Wärmepumpe. Bei einer Jahresarbeitszahl von 4,2 werden aus einer Kilowattstunde Strom im Jahresmittel rund 4,2 Kilowattstunden Wärme. Dadurch liegen die Stromkosten je erzeugter Kilowattstunde Wärme trotz des höheren Strompreises deutlich unter denen einer Ölheizung. Im Notbetrieb fällt dieser Vorteil praktisch weg. Der elektrische Zusatzheizer arbeitet näherungsweise mit COP 1: Aus einer Kilowattstunde Strom entsteht ungefähr eine Kilowattstunde Wärme. Genau in diesem Zeitraum steigen Stromverbrauch und Kosten deutlich an.
Der Notbetrieb ist damit ein anschauliches Gegenbeispiel zum normalen Wärmepumpenbetrieb. Er zeigt, dass nicht der Strompreis allein entscheidend ist, sondern das Verhältnis zwischen eingesetzter elektrischer Energie und erzeugter Wärme. Gleichzeitig macht er sichtbar, wie groß der wirtschaftliche Hebel der Wärmepumpentechnik im Normalbetrieb tatsächlich ist.

Zur Frage der Amortisation

Die Frage nach der Amortisation wird bei Wärmepumpen fast immer gestellt. Diese Auswertung beantwortet sie nicht mit spekulativen Annahmen über künftige Energiepreise, sondern mit realen Betriebskosten aus dem Alltag. Warum ich die reine Amortisationsfrage dennoch für zu eng gefasst halte und weshalb eine Wärmepumpe für mich auch eine Form der Absicherung gegen fossile Preis- und Systemrisiken ist, erläutere ich auf der Seite Wärmepumpe im Bestandsgebäude - Erfahrungen aus dem Betrieb ausführlicher.

Die hier dargestellten Werte basieren daher bewusst nicht auf Prognosen, sondern auf realen Betriebsdaten. Sie zeigen, wie sich die laufenden Kosten der Wärmepumpe im Vergleich zu einem hypothetischen Heizöläquivalent tatsächlich entwickeln.

Unabhängig von der reinen Wirtschaftlichkeitsrechnung war die Entscheidung für die Wärmepumpe für mich jedoch auch eine systemische: geringere Abhängigkeit von fossilen Energieimporten, niedrigere Emissionen und die Möglichkeit, einen Teil des Energiebedarfs über die eigene Photovoltaikanlage zu decken.

Ein ähnlicher Vergleich auf der Mobilitätsseite zeigt sich auch beim E-Auto: Dort wird sichtbar, wie sich reale Kosten im Vergleich zu Benzin und Diesel über die Zeit entwickeln.

Preislogik und Umrechnung

Für das Heizöläquivalent wird der jeweilige Verbrauch mit dem durchschnittlichen Preis des aktuell im Tank befindlichen Heizöls bewertet. Dieser Durchschnittspreis verändert sich mit jeder Lieferung, da sich neu gekauftes Heizöl mit dem vorhandenen Bestand mischt.

Stromtarif
  • ab 01.12.2025:
    Sparzeit: 0,2678 €/kWh
    Normalzeit: 0,3146 €/kWh
Heizöllieferungen
  • 01.01.2026: 1.500 l zu 0,93 €/l
  • 04.05.2026: 1.000 l zu 1,31 €/l
Umrechnung Heizöläquivalent

Heizöl: 9,8 kWh/l
Referenz-Kesselwirkungsgrad: 90 %

Die berechnete Heizölmenge stimmt sehr gut mit meinen Erfahrungen aus der Vergangenheit überein.
Das ist auch plausibel: Der Energieinhalt von Heizöl ist physikalisch gut bekannt, sodass sich aus der gemessenen thermischen Energie ein belastbares Heizöläquivalent ableiten lässt.
Gleichzeitig hat sich der Heizbedarf des Hauses nicht grundsätzlich verändert, da keine Dämmmaßnahmen oder sonstigen baulichen Änderungen vorgenommen wurden. Die Wärmepumpe übernimmt damit im Wesentlichen dieselbe Aufgabe wie zuvor die Ölheizung: Raumheizung und Warmwasser bei vergleichbaren Randbedingungen.
Hinzu kommt, dass die Darstellung auf real gemessenen Betriebsdaten basiert und nicht auf Prospektwerten oder Modellannahmen. Gerade deshalb ist die gute Übereinstimmung mit dem früheren Heizölverbrauch ein wichtiges Plausibilitätssignal.

Für den Heizölvergleich wird ein Tank mit 3.000 l Fassungsvermögen nachgebildet. Zum Start am 01.01.2026 gehe ich von einem halb vollen Tank (1.500 l) aus.
Der tägliche Verbrauch ergibt sich aus der erzeugten thermischen Energie. Nachbestellungen erfolgen nicht automatisch, sondern werden von mir manuell als Lieferereignisse eingetragen.
Jede Lieferung wird mit dem jeweils gültigen Heizölpreis bewertet und verändert den durchschnittlichen Preis des gesamten Tankinhalts.
Auf diese Weise entsteht ein realistischer Mischpreis, wie er auch in der Praxis im Tank vorliegt.

Datenquelle thermische Energie: Viessmann Vitocal 250A (API)
Datenquelle Stromverbrauch: Shelly Pro 3EM
Vergleichsbeginn: 01.01.2026
Heizöläquivalent: thermische kWh ÷ 9.8 kWh/l ÷ 90 % Referenz-Kesselwirkungsgrad

Warum ich mich für eine Wärmepumpe entschieden habe

Die Entscheidung für die Wärmepumpe war für mich weder eine kurzfristige Kostenabwägung noch eine Reaktion auf akute Risiken. Meine Ölheizung war in die Jahre gekommen. Die Verbrauchswerte waren über 21 Jahre hinweg konstant und gut dokumentiert. Technisch war die Anlage jedoch zunehmend störungsanfällig geworden. Auch die reine Amortisationsrechnung spricht – zumindest bei moderaten fossilen Energiepreisen – nicht zwingend für einen schnellen wirtschaftlichen Vorteil.

Die Entscheidung war daher vor allem eine systemische.

Effizienz statt Verbrennung

Eine Wärmepumpe erzeugt keine Wärme durch Verbrennung, sondern verschiebt Umweltenergie ins Gebäude. Aus 1 kWh Strom entstehen im Realbetrieb 3–4 kWh nutzbare Wärme. Thermodynamisch ist das ein sehr eleganter Ansatz. Im Vergleich dazu wird bei einer Öl- oder Gasheizung ein hochwertiger, vielseitig einsetzbarer Rohstoff schlicht verbrannt. Für mich fühlte sich das zunehmend inkonsistent an.
Erdgas und Rohöl sind nicht nur Brennstoffe. Es sind wertvolle chemische Grundstoffe: unter anderem für Medikamente, Kunststoffe, Lösungsmittel und zahlreiche industrielle Anwendungen. Raumwärme daraus zu erzeugen, erschien mir langfristig nicht mehr sinnvoll.

Die PV-Anlage als logische Ergänzung

Die Photovoltaikanlage verändert die Systemperspektive entscheidend.
Strom ist nicht nur ein zugekaufter Energieträger, sondern kann teilweise selbst erzeugt werden.

In Kombination mit Wärmepumpe und Batteriespeicher entsteht:

Die Kombination aus Wärmepumpe, PV-Anlage und Batteriespeicher ermöglicht zwei unterschiedliche Mechanismen: Lastverschiebung durch die Wärmepumpe (z. B. Warmwasserbereitung oder leichtes Vorheizen in PV-Zeiten) und Lastentkopplung durch den Batteriespeicher, der PV-Strom zeitlich vom Verbrauch entkoppelt.

Die Wärmepumpe wird damit nicht nur effizient, sondern teilweise autark betrieben.

Das unterscheidet sich grundlegend von fossilen Heizsystemen, bei denen jede erzeugte Kilowattstunde Wärme unmittelbar an einen externen Brennstoff gebunden ist.

Klima und Emissionen

Ich wollte ein System, dessen Umweltwirkung nicht an einen fossilen Brennstoff gebunden ist. Bei der Wärmepumpe hängt die CO₂-Intensität am Strommix und wird mit der Energiewende tendenziell besser; durch PV/Batterie kann ein Teil der Wärme direkt aus eigener, erneuerbarer Erzeugung entstehen.

Autarkie und Resilienz

Durch die Kombination aus:

entsteht ein integriertes Energiesystem.

Es reduziert:

Netzkosten bleiben transparent und planbar, während ein Teil der Energie direkt vom eigenen Dach kommt.

Transparenz durch Messdaten

Alle hier dargestellten Werte basieren auf real gemessenen Verbräuchen. Der berechnete Heizölbedarf der Vergleichsrechnung deckt sich sehr gut mit meinen historischen Erfahrungswerten. Dadurch entsteht eine belastbare Referenzbasis.

Mir geht es nicht darum, ein System als allgemein überlegen darzustellen.
Mir geht es um Nachvollziehbarkeit.

Wer ein vergleichbares Haus besitzt, kann:

Die Zahlen sind offen zugänglich – die Bewertung überlasse ich dem Leser.

Für mich war letztlich entscheidend:

Ich wollte ein Heizsystem, das effizient arbeitet, Ressourcen schont und technisch konsistent mit meinem Verständnis von nachhaltiger Energieversorgung ist.

Nicht aus Ideologie.
Nicht aus kurzfristiger Kostenoptimierung.

Sondern aus Überzeugung, dass hochwertige Rohstoffe besser genutzt werden sollten als zur reinen Wärmeerzeugung.


Vorteile der Wärmepumpe

Herausforderungen

Eine Wärmepumpe ist kein „Plug-and-Play“-Produkt, sondern ein System, das geplant und verstanden werden muss.


Die ausführlichen Überlegungen zu meiner Entscheidung habe ich hier beschrieben: Warum ich mich für Wärmepumpe, Photovoltaik und Elektroauto entschieden habe

Bezüge

Fragen oder Ergänzungen?

Die gezeigten Auswertungen basieren auf realen Daten aus dem laufenden Betrieb. Wenn dir etwas unklar ist oder du eine Auswertung vermisst, schreib mir.